Pecka – Burg und Städtchen
Das Städtchen Pecka liegt in einer reich gegliederten Hügellandschaft im westlichen Teil des Riesengebirgvorlandes, zwischen Nová Paka und Dvůr Králové. Oberhalb des Städtchen ragt auf einem steilen Hügel die gleichnamige Burg empor. Das später umgebaute Schloss ist heute zum grösseren Teil eingestürzt, nur ein Flügel, das westliche Palais war nicht von diesem Verhängnis betroffen und trotzt den Unbilden der Witterung und Bergwindstösse.
Die Burg Pecka wurde am Anfang des 14.Jh. von den Herren von Železnice gegründet. Als ihr erster Besitzer wird im Jahre 1322 ein gewisser Budivoj oder Buzek von Pecka angeführt. Zu dieser Zeit entstand unterhalb der Burg eine kleine Ansiedlung, die sich allmählich ausbreitete und im Jahre 1382 zur Stadt erhoben wurde. Die frühgotische Burg sah trotz ihrer Gliederung ziemlich einfach und schroff aus. Zwei Verteidigungstürme wurden mit einem kleinen Wohnpalast durch eine feste den ganzen Burghof umgebene Burgmauer verbunden. Der Zugang zur Burg wurde durch einen Burggraben erschwert, mit einer hölzernen Zurbrücke überspannt.
Während der Hussitenkriege wurde die Burg von Taboriten erstürmt und sie zwangen ihren Besitzer Jarek von Železnice, auf einen Vergleich einzugehen. Am Anfang des 16. Jh.
Wurde die Burg unter Mikuláš und Vilém Hořický von Hořice vergrössert und im Geiste der Spätgotik umgebaut. Zu einem weiteren radikalen Umbau kam es im Verlauf der zweiten Hälfte des 16. Jh. Unter der Herrschaft der Škopeks von Bílé Otradovice, wo die Burg zum repräsentativen Renaissanceschloss mit vier geräumigen zweigeschossigen Flügeln umgewandelt wurde. Der Umbaum wurde unter Kryštof Harant von Polžice und Bezdružice (1564-1621) fertiggestellt. Dieser bedeutenden Persönlichkeit der böhmischen Renaissance – einem bekannten Forschungsreisenden, Schriftsteller und Komponisten zu Ehren werden in der Burg die Harantschen Festspiele veranstaltet.
Nach Harants Hinrichtung am 21.6.1621 wurde Pecka konfisziert. Vom neuen Besitzer Albrecht von Valdštejn wurde das Schloss den Kartäusern – einem Mönchsorden verchenkt. Der von ihnen durchgefürte Umbau vom praktischen Charakter war klein im Umfang, die Kartäuser bemühten sich eher das Städtchen und seine Umgebung zu gehen. Nach ihrem Abgang in Jahre 1782 hat das fast verödete Schloss der Graf Trautmannsdorf gekauft. Kurz danach im Jahre 1830 ist das Schloss einem Brand zum Opfer gefallen, das vernichtendes Feuer setzte den Punkt auf seinen ehemaligen Ruhm. Das verlassene Schloss verfiel mehr und mehr und lag in Ruinen.
Erst im Jahre 1921, wo die Burgruine in Besitz der Gemeinde Pecka übergegangen war, begann man mit den ersten und wichtigsten Rettungs und Restaurierungsarbeiten. Die zweite Restaurierungsetappe verlief dann in den 60er Jahren, es wurden das westliche Palais überdacht und die oberen zwei Stockwerke rekonstruiert. In den 90er Jahren wurden weitere Räume im Erdgeschoss und Kellergeschoss renoviert. In den renovierten Räumen wurde eine Ausstellung errichtet, die dem Besitzer der Burg Kryštof Harant und der geschichtlichen Entwicklung der Burg und Stadt gewidmet ist.
Während der Saison finden in der Burg verschiedene kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen statt, wie z. B. Konzerte, Theatervorstellungen, Fechtkämpfe, Vorlesungen, Konferenzen, Hochzeiten u.a. Die Gemeinde Pecka hat sich bis heute ihr Gepräge eines malerischen und ruhigen Städchens im Riesengebirgsvorland erhalfen. Von der reichen Geschichte der Stadt zeugt eine Reihe von erhaltenen kulturellen Denkmälern. Das bedeutendste davon ist die St. Bartholomäus-Kirche, im Barockstil in der Hälfte des 18. Jh. Umgebaut, mit Deckengemälden von V. Kramolín und Reilefs des Kreuzweges von J. Lederer. Auf dem Platz stehen die Pestsäule von F. Petrš aus dem Jahre 1720 und ein frühbarocker Brunnen. Einige wertvolle Barockplastiken sind in der Nähe der Burg und auch im Städtchen zu finden.
Das Denkmal vor der Schule erinnert an Kryštof Harant, bei der Kirche wurde der Gedenkstein von P. Štenberka errichtet, gebürtig aus Pecka und Pfarrer aus Lidice, von Nazisten zu Tode gefoltert. Neben einigen Bürgerhäusern aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Blieb eine Reihe von Fachwerkhäusern erhalten, Beispiele der regiolalen Volksarchitektur.
Pecka ist ein idealer Erholungsort. Im Sommer ist hier ein Freibad im Betrieb, im Winter ein Skilift. Die romantische bewaldete Hügellandschaft in der Umgebung von Pecka ist zu angenehmen Spaziergängen und Wanderungen geeignez. Von Pecka kann man auch Ausflüge ins Riesengebirge, ins Böhmische Paradies oder in den Tiegarten in Dvůr Králové unternehmen.


